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07.12.2011

„Positive Stadtwerke-Bilanz unter schwierigen Rahmenbedingungen“

Stadtwerke-Vorstand Udo Gantzke mahnt Fairness in Diskussion um die Stadtwerke an / Keine Zahlungen aus dem Stadthaushalt an die SWG


„Ich denke, die sehr motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stadtwerke-Konzern haben solche Schlagzeilen nicht verdient“, so die spontane Reaktion des Stadtwerke-Vorstandes Udo Gantzke auf eine Presseveröffentlichung zur aktuellen Diskussion über die Stadtwerke-Bilanz(en).

Der Stadtwerke-Konzern war 1999 gebildet worden, um durch einen leistungsfähigen Querverbund von Ver- und Entsorgungs- sowie Verkehrsunternehmen den städtischen Haushalt zu entlasten. „Und die Bilanz sieht positiv aus“, betonte Gantzke. Belasteten die Ausgaben für Daseinsvorsorge die kommunale Kasse bis dato regelmäßig, so leistete die Stadt seit Bildung des Konzerns lediglich zweimal (2000 und 2004) überschaubare finanzielle Beiträge zur Stabilisierung des Querverbundes. „In 2011 gab es hingegen definitiv kein Geld aus dem Haushalt für die Stadtwerke“, betonte Gantzke und reagierte damit auf anderslautende Presseberichte. „Im Gegenteil: Die SWG überwies über 400.000 Euro an die Stadt als Gebühren für die Patronatserklärung, die im Zuge eines in 2010 aufgenommenen Darlehens nötig wurde. Dieses Missverständnis möchte ich in aller Deutlichkeit klarstellen“, betonte Gantzke.

Ebenso weist die Gewinn- und Verlustrechnung des Stadtwerke-Konzerns seit einigen Jahren positive Jahresergebnisse aus, so Gantzke weiter. Auf Ebene der Holding wechseln sich positive und negative Jahresergebnisse ab. Bilanzielle Forderungen der SWG gegen die Stadt in Höhe von 8 Millionen Euro gibt es ebenfalls - anders als in dem Beitrag behauptet - nicht. „Aber das sind handels- und steuerrechtliche Spitzfindigkeiten, die besser unter Fachleuten diskutiert werden sollten“, so Gantzke. „Festzuhalten bleibt, dass die wirtschaftlichen, sozialen und vor allem auch demografischen Rahmenbedingungen, unter denen sich der Querverbund täglich zu beweisen hat, nicht einfach sind. Und das spiegelt sich selbstverständlich auch in den Bilanzen und Jahresergebnissen der einzelnen Unternehmen wider.“ Auch hier wechselten sich schwarze und rote Zahlen ab. Das Thema Liquidität steht immer auf der Tagesordnung, sagt der Stadtwerke-Vorstand. Beispielsweise wurden die ersten Gespräche im Zusammenhang mit dem von der SWG in 2010 aufgenommenen Darlehen bereits Ende 2007 geführt. „Und deswegen ist es mehr als legitim, sich bereits in 2011 Gedanken über die Liquidität ab 2013 zu machen. Alles andere wäre fahrlässig“, betonte Gantzke mit Blick auf die im Pressebericht angesprochenen Veränderungen in der Finanzstruktur des Verbundes.

Der monatsscharfe Finanzstatus auf Konzernebene werde in jeder Aufsichtsratssitzung behandelt; die mehrjährigen Wirtschaftsplanungen der SWG und auch der Töchter seien fester Bestandteil jeder Dezember-Aufsichtsratssitzung, zählt Gantzke auf. „Wenn es dann beispielsweise aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen neue, teilweise auch niedrigere Ergebniseinschätzungen für die Zukunft gibt, gilt es diese selbstverständlich zu analysieren, zu diskutieren und zu bewerten; gleiches gilt für Investitionen. Das ist Aufgabe des Vorstandes zusammen mit den Geschäftsführungen und den Aufsichtsräten“, so Gantzke weiter. „Diese Aufgabe ist umso schwieriger, wenn schwer kalkulierbare Risiken und vorsichtige Ergebniserwartungen mit hohen Investitionserfordernissen einhergehen. Aber genau diese Aufgabe gilt es zu lösen, gemeinsam im Konzern, gemeinsam mit dem Alleinaktionär Stadt Gera, auf den die SWG selbstverständlich baut.“

„Da erwarte ich natürlich, dass alle an einem Strang ziehen und fair und ehrlich miteinander umgehen“, so Gantzke weiter. Die SWG habe derzeit keinerlei Spielräume für finanzielle Transfers in Richtung Alleinaktionär Stadt - im Gegenteil, stellte Gantzke entgegen anderslautenden Auffassungen klar. „Genau diese Fairness im Umgang miteinander vermisse ich zunehmend“, so Gantzke weiter. „Es ist nicht sinnvoll, Neiddebatten zu führen, ob hinter den Kulissen oder öffentlich.“ Es gelte gemeinsam die immer größer werdenden Herausforderungen der Zukunft anzunehmen, um die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger in Gera in gewohnt hoher Qualität, aber auch wirtschaftlich zu gewährleisten und letztendlich auch rund 1.000 Arbeitsplätze im Stadtwerke-Konzern zu sichern. Die Leistung der Stadtwerke-Unternehmen stimme: Nicht umsonst wurde die Energieversorgung als effizientester Strom-Netzbetreiber Thüringens oder wiederholt als TOP-Lokalversorger für Strom und Gas ausgezeichnet oder weist der GVB seit Jahren den besten Kostendeckungsgrad aller vergleichbaren Verkehrsunternehmen in Thüringen auf. „Das sind Leistungen, auf die Gera stolz sein sollte, und die nicht zerredet werden sollten“, so das Fazit des Stadtwerke-Vorstandes.




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