Bauten der Moderne: Tag des offenen Denkmals am 13. September im Stadtwerke-Haus
- Sonntag, 13. September 2009
- 13 bis 17 Uhr
- Rundgänge durch das Stadtwerke-Haus
- Führungen: Dipl.-Architekt Ulrich Zetsche, Innenarchitektin Evelin Fötsch
Anschrift | Haus der Stadtwerke Gera AG |
Baujahr | 1928/29 |
Bauherr | Thüringer Volksverlag GmbH |
Architekt | Paul Schraps, Gera |
Ursprüngliche Nutzung | Druckhaus der "Ostthüringer Tribüne" |
Mehr als 80-jährige Baugeschichte
Auf eine fast 80-jährige Geschichte blickt das heutige Haus der Stadtwerke Gera AG zurück. Als Druckereigebäude für die sozialdemokratische "Ostthüringer Tribüne" 1929 eingeweiht, ging das Haus nach dem Verbot der Zeitung 1933 in das Eigentum des Landes über. In der NS-Zeit beherbergte der Bau als "Horst-Wessel-Haus" verschiedene Formationen der NSDAP und wurde nach Kriegsende wieder als Druckereigebäude genutzt: Bis 1990 wurden hier das "Thüringer Volk", "Das Volk", "Volkswacht" und zuletzt die "Ostthüringer Zeitung" herausgegeben. Nach dem Neubau des OTZ-Druckzentrums in Löbichau endete diese Ära endgültig. 1995/96 saniert, beherbergt das Gebäude inzwischen die Stadtwerke Gera AG und weitere Stadtwerke-Unternehmen wie die Energieversorgung Gera GmbH oder die GeraNetz GmbH sowie weitere Unternehmen als Mieter.
Das Neue Bauen
Durch einen Architektenwettbewerb fanden die Bauherren - die Leipziger Buchdruckerei AG und die Gewerkschaftshaus GmbH - den Geraer Paul Schraps, der das Haus im Stil des so genannten Neuen Bauens in streng sachlicher Formensprache, mit dunklen Eisen- und hellen Buntklinkern, großen Fenstern und symmetrischen Linien gestaltete. Von dem fünfgeschossigen Kopfbau (heute Kundenservice Energieversorgung) ging in stumpfem Winkel ein langgestrecktes Seitengebäude mit ursprünglich drei Geschossen ab, das durch ein gläsernes Treppenhaus mit dem Hauptgebäude verbunden war. In mehreren Schritten bis zur Sanierung 1995/96 wurde auch dieser Seitentrakt auf heute fünf Geschosse aufgestockt.
Die einstige Formensprache ist vor allem an der Fassade und in den mit farbigen Türen und Handläufen, Terrazzostufen sowie Buntglasscheiben gestalteten Treppenhäusern zu erkennen. Auf diesen Bereich des Gebäudes wird sich die Führung zum Tag des offenen Denkmals denn auch konzentrieren.


























